Wie angekündigt kommt nun der kleine Einblick in einen der KraftOrte, der mich berührt hat.

Ich muss zugeben, die Zeit vor Ort war kein Erlebnis in dem Sinne des Abenteuer. Es war eine Erkenntnis. Eine Sehnsucht die gestillt wurde und zugleich etwas entflammt hat, das ich nicht deuten werde.

Ich war im Zen Kloster Buchenberg. Ein wundervolles Geburtstagsgeschenk meines Mannes.  Zen hat mich schon länger angezogen, und dies war nun der Zeitpunkt, indem ich eintauchen konnte.

Ich liebe die Deutsche Landschaft in ihrer Vielfalt. So genoß ich schon den Weg ins Kloster und fühlte mich beschenkt. In Buchenberg fielen mir die vielen Birken auf. Unglaublich, wie sie den Ort tragen. Im Kloster angekommen, wurde ich liebevoll aufgenommen, und schon ging es für mich ans eingemachte.

Für mich, wie mit Sicherheit für viele von Euch, ist das Thema Form mit Regeln und Begrenzung verhaftet. Ich musste laut auflachen, als mir bewusst wurde, mit wieviel Form Zen verbunden ist.

Es mag naiv klingen, da ich ja oben schreibe, dass Zen mich schon immer angezogen hat. Doch ja, es ist wirklich wahr – ich habe nichts über Details der Praxis gelesen und mir keine Informationen eingeholt, wie Zen konkret praktiziert wird. Wichtig für mich war zu wissen, dass hier mehrere Stunden täglich meditiert wird, und dass es nicht um ein Wellness Programm geht, was mein Mann durch die Buchung des 7-tägigen Sesshins sichergestellt hat. Osho, einer meiner Meister, hat über Zen gesprochen. Doch floß in den Vorträgen eher das Formlose in mich über.

Die Verbindung, die ich zu Zen gespürt habe, passierte nicht über geliehenes Wissen, das mich in eine Aktion des Handelns bewegt, um diesen Weg zu konsumieren und darüber sprechen zu können. Es war das zuhause Sein in der Ausatmung, das verweilen in den Pausen. Der Weg des Neins, in der Klarheit des Lebensbejahenden. Die Liebe zur Strenge und der Zug zu der Form. Die aber von vielerlei Strukturen des Mindfucks so verknotet war, dass die Angst und die Ausrede viel Spielraum hatten.

Und so war ich dem Leben des urbanen Spiri-Hipsters sehr zugewandt. Doch wie wir alle wissen, hat das Leben recht.

Und so wurde ich, besonders als Mutter von 5 Kindern, nahezu täglich mit Form und Strenge konfrontiert. Da aber Meditation und Spiritualität für mich untrennbar von Alltag ist, ist Transformation im Alltag unumgänglich.

Dafür stand dieser Aufenthalt und brachte so einiges an die Oberfläche, das sich Wochen zuvor, ansatzweise, im Alltag zeigte.

Ich wurde in einem Netzwerk helfender, in sich ruhender Hände empfangen. Die Meditationslehrer, die Mönche, die Sangha und der Zen Meister arbeiten alle Hand in Hand, auch mit der unglaublich fruchtbaren und satten Natur. Ich wurde verstanden und mit einer liebevollen ZenStrenge in den, noch schlummernden, Prozess gebracht.

Ich habe schon viele Orte und viele Sanghas erlebt, doch noch nie hat mich das große Miteinander und die neutrale Klarheit in den Prozessen jedes Einzelnen, so erreicht.

Klar – mag sein, dass ich nun bereit bin, dies zu empfangen. Wie auch immer! Es ist einfach geil, wie kompromisslos die Form in Liebe gelebt wird. Erlebtes wird nicht zerredet und analysiert. Die Präsenz und die Bereitschaft ist in der Präsenz jedes Einzelnen sichtbar. Umso klarer jeder bei sich ist, desto stärker die Gruppenenergie. Und wenn dann Tage der Schwere kommen, ist die Gruppe da, um dies mit dir zu tragen.

Ich durfte die Teezeremonie mit der lieben Stefanie durchführen. Ah, es ist unglaublich, wieviele Stimmen im laufe der Zeit an meinem Hosenbein zupften um gehört zu werden. Um mir klarzumachen, warum ich hier nicht richtig bin und warum ich die Teezeremonie nicht machen soll und warum Extase doch viel kraftvoller in dieser Phase wäre und, und, und…

Eltern sind in einer Situation wie diese klar im Vorteil. Kennt ihr die Situation, wenn ihr ein bestimmtes Ziel erreichen möchtet und das Kind Euch am Hosenbein zupft und auf Endlosschleife gedrückt, „Wann sind wir da????!! Wie lange noch??!! Mama, Mama, Mama…“ wiedergibt? Und so nach der zwanzigsten Antwort ist es oft hilfreich, einfach auf Durchzug zu schalten.

Dies hilft mir auch bei meinem liebsten Ego-Kind. Doch hier leiste ich keine anfängliche Antwort, sondern schalte gleich auf Durchzug.

Und so lief mein liebes Ego mit ausgestreckten Fuckfingern stets neben mir her, wurde immer leiser und die Teezeremonie wurde von Tag zu Tag immer magischer. Unglaublich tief ist die Stille, in der Einheit der Teezeremonie verborgen ist.

Doch die große Überraschung kam dann, als ich erfuhr, was diese Zen Linie für ein Schatz transportiert und vermittelt.

Sie integriert und erweckt den Körper, indem sie Intensive Bewegung praktiziert. Ob nun ein Workout oder Kampfkunst, springe aus deiner Komfortzone, um dann die freigesetzte Energie ins Hara, den Menschlichen ERDMittelpunkt, fließen zu lassen. Ich praktiziere Kalari, eine Südindische Kampfkunst.
Diese Verbindung und Zentrierung im Hara ist so eine kraftvolle Praxis.

Kompromisslose Erdung. Intensität, Stille, Einheit.

Das Dokusan mit Zen Meister Hinnerk offenbarte dann schon in den ersten Tagen die Unendlichkeit in der Form. Von Herz zu Herz, von Mensch zu Mensch, von Buddha zu Buddha.

Dies alles ohne esoterischen Bullshit. Gewöhnlich und bodenständig. I LOVE IT!

Für mich hat etwas begonnen, das ich nicht als NEU empfinde. Ich bin in zwei Monaten wieder da und freue mich auf weitere Möglichkeiten, an diesem Ort Sein zu können.

Ich empfehle das Zen Kloster Buchenberg Jedem, der ernsthaft überflüßiges loslassen möchte, um ein gewöhnlicher Mensch zu sein.

Wer Animation und Konsumbefridigung sucht, ist hier nicht richtig. Doch ich hoffe, dass der Mensch von heute so langsam Satt ist von dem Mindfullnes Hype der zurzeit angeboten wird, und freue mich über jeden Einzelnen, der den Weg in dieses Zen Kloster findet.

Dies ist unbezahlte Werbung und basiert auf der Dankbarkeit die mich erfüllt. 

Ab dem 6. August biete ich von 9h – 11h Meditation in Verbindung mit der Kampfkunst Kalari an im Kyodo Dojo  Hamburg Bahrenfeld, Infos & Anmeldung über deva@human-posture.org

Impulse: Wenn wir den Gedankengang mal Raum geben und uns nur wagen vorstellen, was die Erkenntnis des Formlosen in der Form bewirken könnte. Wie die Weite und Erdung in unserem Alltag und auf unsere Geselschaft wirken würde. Und was die Klarheit und Kraft und Stille für Folgen hätte… 

Mehr Informationen zu dem Zen-Kloster Buchenberg findest du unter: