Als erstes möchte ich Euch für die vielen Genesungswünsche meinen Dank aussprechen! Unglaublich, wie viele Reaktionen ich auf diesen geteilten Prozess erhalten habe. Obwohl ich nur angedeutet habe, waren die Reaktionen sehr stark. Es mich eingeladen, etwas mehr in die Tiefe zu gehen. Reaktionen des Mitgefühls, Reaktionen des Mitleids, Reaktion der Gleichgültigkeit, Reaktionen der Abwertung, und ich bin für jede einzelne dieser Reaktionen unendlich dankbar. Warum?

Die wertenden Reaktionen haben den laufenden Prozess verstärkt. Ein tiefsitzender Schmerz wurde erweckt und die damit verbundenen Muster an die Oberfläche gebracht. Normalerweise fallen wir in Prozessen wie diesem in einen Strudel der Emotionen und Leiden. Doch es gibt auch eine andere Möglichkeit, diese Phasen zu erleben. Herausforderungen können als ein kompromissloser Spiegel der gelebten Verbundenheit dienen oder als helfende Wegweiser, die uns auf die Verblendung und Anhaftung auf der Reise hinweisen. Wie auch immer Du es sehen magst. In beiden Fällen ist es notwendig, Wachheit und Bereitschaft zu integrieren, um konstant im Vertrauen zu ruhen.

Durchgerockt, glücklich und dankbar, aber vor allem befreit, kann ich nun diese Phase mit Euch teilen.

Mich erreichten Aussagen wie diese:

Hä, Plastikbusen und gefärbte Harre, wie passt das mit Meditation und Achtsamkeit zusammen??

..oder auch:

Ah die hat doch selber Schuld, wenn man sich freiwillig Silikon einsetzen lässt…

Lange habe ich zu Nachrichten dieser Art keine Stellung genommen, da es mich nicht berührt hat. Doch diesmal haben diese Aussagen in mir so einen Reichtum hervorgebracht, dass ich ihn Euch nicht vorenthalten kann.

Es gibt gewisse Themen in unserem urbanen Leben, die zurzeit sehr gefeiert werden. Oberflächlich betrachtet handelt es sich um ein Streben nach der Verwandlung in den nachhaltigen, spirituellen, selbstliebenden Hipster, der in Leichtigkeit die Transformationen im Alltag meistert und dabei voller Selbstliebe schwingt. Unabhängig, frei und total empowered.

Das bietet eine wunderbare Vielfalt an Möglichkeiten der Spiegelung jedes Individuums und kann ein tiefer kollektiver Prozesse sein. Wenn wir allerdings nicht erkennen, dass auch dieses sogenannte „bewusste Wirken“ von einem Bild, einer Haltung oder eine Nachahmung verblendet wird, dann wird es sich nicht von einem Schlachtfeld unterscheiden. Es wird ein zwanghafter Drang nach Selbstoptimierung und ein Konsum des oberflächlichen Prozesses mit einer Maske der „Selbstliebe“ und „Verbundenheit“.

Von der Barbie zum Spiri-Hipster

An dieser Stelle muss ich etwas weiter ausholen, um Euch den Prozess, den ich erlebt habe, zu erläutern.

Begonnen hat es vor ungefähr 16 Jahren, als ich mir mit einem klaren „Ja“ und großer Freude zwei Brustimplantate á 350 Gramm modernsten Silikons einsetzen ließ. Ich verlor zuvor 30 Kilo und erlebte die Trennung von Vater meiner beiden ersten Kinder, die mich sehr verletzte. Die Veränderung meines Körpers nach den beiden intensiven Schwangerschaften wollte ich mit Anfang zwanzig so nicht hinnehmen. Da ich gute Kontakte hatte, waren die bis zum Bauchnabel hängenden und fast nur aus Haut bestehenden Brüste, die ursprünglich mal große C Cups waren, in voller Pracht auf aufgefüllt.

Ich genoss die damals gefühlte Wiederherstellung sehr und fühlte mich wieder ganz. Eine vollbusige Frau, die Durchs Leben tanzt und das Spiel ihres äußerlichen weiblichen Ausdrucks in voller Hingabe auslebt. Die Implantate haben mir ein paar Jahre keine Beschwerden gemacht. Aber ich muss zugeben, dass ich sie schon immer als Fremdkörper wahrgenommen habe. Doch dies war ein Kompromiss, den ich gut akzeptieren konnte.

Doch vor ungefähr fünf Jahren änderte sich allmählich das Gefühl. Ich spürte zunehmend eine Last und auch deutlich die damit verbundene Begrenzung. In der folgenden Zeit informierte ich mich erstmals über die Möglichkeiten der Implantat Entfernung. Die Optionen verflogen aber schnell, als die Höhe der für mich utopischen Kosten klar war. Und so akzeptierte ich schließlich den Ist-Zustand und ignorierte.. ähmm integrierte. Die großen Brüste, mit Chemie gefüllt, waren nun also fürs erste ein Teil von mir und ein Ausdruck meines menschlichen Seins.

Für mich war es Tantra und fertig. Das Leben in all den Möglichkeiten annehmen und auf eine spielerische Weise nutzen, kosten, konsumieren. Es kam ein Impuls, der mich in Aktion versetze, dem ich nachging. Ohne groß zu hinterfragen oder zu bewerten. Man könnte es närrisch nennen. Ich feierte das Leben und sortierte nicht. Kein Falsch und kein Richtig. Das aber konsequent.

Dazu gehörte für mich ebenso die negativbewertende Erfahrung der Silikonbrüste wie gefärbte Haare, Nahrungsaufnahme als Beruhigung der Gelüste sowie der Konsum von Aufputschmittel, der Kontakt zur toxischen Menschen und Plätzen und so weiter. Parallel dazu begann aber auch ein anderer Weg, und Durch die Arbeit mit meinem ersten Lehrern trat der NoMind Zustand/die Meditation in mein Leben.

Reaktion oder schon Bewusstsein?

Doch die Meditation machte sich langsam breit und floß in meinen Alltag. Erstmals fand eine Reaktion auf die zuvor gelebte Rock’n’Roll Zeit statt, die mich von der einen Seite zu der anderen katapultierte. Bewusst war es mir nicht! In dem Glauben nun ein bewusstes Leben zu führen, lebte ich so einige Jahre voll im Flow des spirituellen Hipsters. Voller Visionen und Drang nach Veränderung und Transformation. Es war wie ein Abarbeiten mir unbewusster Listen. Doch angetrieben von einem Drang nach dem Erschaffen-wollen.

Ich möchte hier nichts klein oder nichtig reden sondern auf den Energie Fluß aufmerksam machen. In einem Ausschnitt aus dem meinen persönlichen Notizen aus dem letzten Jahr, versuche ich es etwas deutlicher zu machen:

Und dann drehte sich die Energie. Der Fluß aktivierte eine kompromisslos und liebevolle Reinigung. Offensichtlich und klar fielen Formen von mir ab. Auf eine Art und Weise wurde der Ausdruck der Persona zerstört. Und ich hatte nicht wirklich eine Wahl. Klar, waren Gedanken präsent, die die illusionäre Angst reproDuzierten. Doch diesmal waren diese Machtlos. Jahrelang versuchte ich die Massen an materiellem Besitz in den Griff zu bekommen – nun schien es, organisch und nicht von Impulsen der Enge, wie von selbst zu gehen. Menschen, und die mit ihnen verbundenen Tätigkeiten, traten aus meinem Leben. Alte, gefühlt nicht abgeschlossene Prozesse, klärten sich oder und füllten sich mit Frieden. Meine gefärbten Haare erzeugten ein Gefühl von einem Helm, einer Verhärtung auf meinem Kopf und so rasierten mir meine Kinder bei einer Neumondnacht die Haare. Und die Brüste?! Nun ja. Es entstanden große Knoten an der Brust. Die Achselhöhlen brannten und es dauerte nicht lange, bis ich meine Arme nicht mehr heben konnte. So werden auch diese meinen Körper verlassen.

Dieser Ausschnitt gibt vielleicht einen Eindruck davon, was es bedeutet, wenn Dein Sein sich ins Leben ergießt. Wenn Du im positiven Sinne machtlos bist, und die Energie beginnt von innen nach außen zu fließen. Die Prozesse begannen zu passieren, ohne das ich einen Drang nach Veränderung hatte. Sie basierten auf Vertrauen.

Wir alle haben einen ganz klaren Faden der Erkenntnis der sich Durch unsere Leben zieht. Faden, Pfad oder wie auch immer Du es nennen willst. Dieser ist aber nicht nur mit Blümchen, Sonnenschein, Schmetterlingen, Engeln und Einhörnern verziert, sondern auch mit Dunklen Wolken, Tornados, Dämonen und anderen Ausdrucksformen der Zerstörung.

Verstrickt und behaftet mit dem Vergangenen, schießen wir Fäden in die Zukunft, um den Drang nach Halt zu stillen und der illusionären Angst nachzugeben, die nichts anderes als Mindfuck ist. Ich habe die Phase des unbewussten Konsums so sehr genossen. Es war sowas von dran. Es war mir in jedem Augenblick klar, dass dies eine Phase ist und ein gewisses Spiel. Ich gab mir eine gewisse Erlaubnis. Als ich aber in die Reaktion darauf kippte und in dem Glauben war, bewusster, freier und klarer zu sein, und dachte, nun auf dem richtigen Weg zu sein, entpuppte sich diese Phase meines Lebens als ein ebenso großes Spielfeld für eben diesen Mindfuck.

Genährt und Inspiriert von dem aktuellen Mindset unserer Gesellschaft, lebte ich die Maske der von mir gedachten „gelebten Spiritualität“. Doch diesmal war es kein bewusstes Spiel meinerseits, ich verfolgte ein ganz klares Ziel. Endstation Erleuchtung. Diesmal hatte mein all so lieber Mindfuck eine andere Maske. Zum Glück hatte ich spirituelle Lehrer, die auf eine liebevolle, aber klare Art und Weise die Illusionen platzen ließen.

Ich erlebte besonders in dieser Phase unglaublich viel Bewertung. Es werden gewisse Aktionen gehypt und andere wiederum entwertet. Neue Trends, neue Szenen, ein sich immer wieder nährender Kreislauf des Konsums. Ich erfreue mich wirklich sehr an dem immer größer werdenden Angebot des bewussten Konsums.

Was ist wirklich bewusst?

Heutzutage können wir online so viel Rezepte und Plänen downloaden. Meditation, Entspannung, Bewusstes Handeln jeglicher Art. Doch wird all die Mühe nichts nützen, wenn wir nicht nach innen schauen und uns unseres Fadens und der Verknotungen/Anhaftungen bewusst werden.

Selbstverantwortung ist ein großer erster Schritt. Wir können nicht über andere Menschen urteilen. Nicht im Geringsten. Wie denn? Erst wenn wir vollkommen frei von uns selbst sind, ist die Wahrheit offenbart. Bis dahin ist es komplett egal, wie hochsensibel Du bist und wie viele Kanäle Du zu channeln glaubst.

Als mich die negativbehafteten Reaktionen auf die Silikone und die OP erreichten, blieb ich im Space der Selbstverantwortung und wurde mit einem tiefen Schmerz konfrontiert. Das Thema „Bestätigung“ und „Gefallen wollen“ erreichte mich in der Tiefe.

Wie oft habe ich Erlebnisse dieser Art Durchlebt und mich wie ein Luftballon von den Reaktionen auf und abblasen lassen. Verletzt und gestärkt Durch den Kampf der EmpfinDungen und vielleicht mit neuen Erkenntnissen, wuchs ich aus den Trümmern immer wieder empor.

Aus den Trümmern empor

Jeder von uns kennt es, da bin ich mir ganz sicher. Oft sind es die negativbehaltenden Erlebnisse, die uns stärker machen. Die eine gewisse Power aktivieren. Die uns wieder weitermachen lässt, uns abhärtet und uns das Gefühl gibt stärker zu sein.

Ich habe einige Erfahrungen in meinem Leben gemacht, die mich zerstört haben. Und egal wie stark ich dann wieder ins Leben zurück kam, war ein Duft der Gegenreaktion, des „dagegen“, gegen das Erlebte in der Luft. Und so reproDuzierte ich immer wieder aufs neue Erlebnisse dieser Art. Auch wenn die Intention einen liebevollen Ausdruck hatte. Die mich antreibende Energie war die Gegenreaktion. Der Energiefluss in dieser Zeit war erst von außen nach innen und zerteilte sich mit der Zeit in einen Gegenstrom. Auch wenn die Energie mit der Zeit der Meditation immer tiefer nach innen drang, war ich noch sehr mit dem außen beschäftigt und auch hier verankert.

Mit der Zeit waren Erlebnisse dieser Art keine Schleife mehr, in der ich feststeckte. Sie wurden Durch die regelmäßige Meditationspraxis Erlebnisse der Befreiung.

Und auch auf diesem Trip der OP gab es nichts zu tun, es war eine Entleerung und eine Schönheit in diesem Schmerz verborgen. Der daraus resultierende Space füllt sich mit einer, mir noch unbekannten, Intensität der Verletzlichkeit und Zartheit.

Durch Silikonbrüste und Rock’n’Roll über den „Spiri-Hipster“ zum „gewöhnlichen Sein“?

Wie klingt das für Dich? Wirst Du nun auf die Idee kommen, diesen Weg genau so zu gehen, weil er mir ein friedvolles Leben eröffnet hat?

Bullshit!

Jeder von uns hat eine ganz exklusive Kraft, die aus indiviDuellem, kollektivem und universellem Unterwusstsein geschaffen wird und ins Leben fließen möchte. Ich meine nicht den Göttlichen Kern unseres Seins, den wir krampfhaft versuchen hervorzubringen. Ich meine den Mind. Es ist eine Sammlung an Schätzen, die wir uns schwer erarbeitet haben, um zu erkennen und zu wachsen. Wenn wir uns diesem bewusst sind. Wie können wir werten? Wie können wir Grundsätze oder Aussagen für Andere treffen, die als spirituell oder nicht spirituell gelten? Dies bedeutet, dass uns nur ein bestimmter Teil des Wissens bewusst ist, bis wir komplett in die Erkenntnis tauchen.

Dem Werten den Treibstoff nehmen

Schenken wir unserem Sein nur ein Prozent von der Energie, die wir im Außen so spendabel verschenken, verliert das Werten den Treibstoff. Das Leben wird ein Prozess der Befreiung, bis das Sein vollkommen im Augenblick verankert. Wenn wir diesen Gedanken zulassen. Dass jedes im Bewusstsein Durchlebte Erlebnis Dich entknotet und befreit. Dass jedes Erlebniss, auch wenn mit tiefen Schmerz verbunden, Dich einen Schritt näher an Deinen göttlichen Ausdruck des gewöhnlichen menschlichen Seins bringt. Und somit für Dich und nicht gegen Dich wirkt. Und Du nichts dafür tuen musst, außer die Atmosphäre des Staunens in meditativer Haltung regelmäßig zu praktizieren.

Erkenntnisse über das, was Dich trennt, was Dich verblendet, liegen in Dir. Der Weg, den Du bis jetzt gegangen bist, ganz gleich in was für eine Form, ist göttlich inklusive aller VerblenDungen und Anhaftungen. All das schreibt Deinen Weg des Erwachens. Ob bewusst oder nicht. Du bist richtig genau da wo Du bist. Und es trägt Dich weiter und weiter, bis Du ganz ankommst, wo Du schon immer warst. Hier und Jetzt. Es ist so offensichtlich, dass es zu kompliziert scheint. Es gibt kein falsch und kein richtig. Das entsetzlichste Falsch, kann göttlicher sein wie das schönste Richtig und umgekehrt. Die Sehnsucht wird Durch das „Wie“ gestillt. Nicht Durch das „Was“! Die Schönheit und unendliche Kraft ist in dem Unscheinbaren verborgen.

Zum Mitnehmen

Und was ist das, was Du aus diesem Blog für Dich mitnehmen kannst, wenn ich doch so klar und deutlich mache, dass jeder sein eigenen Weg geht und die daraus entstehenden Gegebenheiten unvergleichbar sind? Würde ich nun laut betonen, dass das Einsetzten von Silikonen der falsche weg ist, würde ich mir in Allem Wiedersprechen.

Ich möchte Dich dazu auffordern, Verantwortung für das Leben zu übernehmen, das Du lebst. Die Augen zu öffnen und den Mut zu entwickeln, mal stehen zu bleiben um zu erkennen, was Dich trennt, von dem, was Du schon immer warst. Regelmäßige Zeiträume frei von Zeit und Raum werden Dich transformieren und Dein Leben auf eine kompromisslose Art and Weise verändern.

Fange langsam, mit einer 5-minütigen Morgenmeditation, an. Lass dann den Abend dazu kommen. Mit der Zeit kannst Du diese Zeiträume auf eine Stunde erweitern.

Manchmal reicht das nicht aus, da wir von den Schätzen der Ansammlungen überwältigt und eingeengt sind. In diesen Zeiten sind die Aktiven Meditationen und eine führende Hand ein Segen. Ich werde in kürze ein paar unterschiedliche Meditationsübungen anbieten, die Du für Dich nutzen kannst. Doch sei Dir bewusst, dass jegliche Technik, die ich Dir mitgebe, eine Vorbereitung ist. Sie hilft Dir bei der Entleerung, damit Meditation geschehen kann.

Herzlichst Deva

PS: Ich kam mit Verdacht auf Silikonaustritt und bösartigen Gewebeveränderungen ins Krankenhaus. Durch eine mehrstündige Operation, in der ausgetretenes Silikon aus meinem gesamten Brust- und Achselraum entfernt wurde, wurde es aus meiner ehemals prallen D eine dezente AA. Voll mit Narben und Blasen, da ich die Pflaster nicht vertrage, kam ich nach vier Tagen nachhause. Kurz darauf die Ergebnisse: Gewebe gutartig! Wenn Du Dich fragst, wieso ich dem Thema „Verdacht auf Krebst“ und den damit verbundenen Prozessen keinen Space gebe: Ich bin dem Prozess des Todes in meinem Leben auf verschiedene Weise begegnet. Unter anderem hatte ich vor einigen Jahren mit Krebszellen im Unterleib zu tun. Der damalige Prozess hat mir einige „Aha-Erlebnisse“ geschenkt, die dazu beigetragen haben, dass ich in dem Prozess meiner Brust OP im Vertrauen ruhte, und Gedanken an Krebs mich nicht in Angst versetzten.